Offener Brief an alle die gewaltfreies Reiten wollen

Liebe Interessenten und Neuzugänge, alle die gern gewaltfreies Reiten auf artgerecht gehaltenen Pferden wollen, die ihre Seele noch nicht im Schulbetrieb verloren haben, die noch auf feine Hilfen reagieren.
Dies alles könnt ihr bei uns in der Reitschule haben,
jedoch…..

Ich bekomme immer wieder Anfragen von Kindern oder Erwachsenen, die das sogenannte Gewaltfreie Reiten erlernt haben, sei es mit dünnen Schnürchen um die Pferdenase, ohne Gebiss, oder auch ohne jemals AUSSITZEN gelernt zu haben. Dann werd ich immer etwas verlegen und frage mich was Reiten lernen kann und soll. Daher möchte ich das mal für die beiden oben beschriebenen Fälle etwas beleuchten. Ich schreibe hier nur über die Grundausbildung und nicht über spezialisierte Turnierreiterei.

1. Das Reiten ohne Aussitzen
Es gibt Methoden, die zu allererst die Pferde schonen wollen und daher meinen, dies sei zu erreichen indem man die Schüler niemals im Rücken des Pferdes tief einsitzen lasse, nur im Schritt. Diese Methode führt dazu dass der Reiter nicht lernt dem Pferde eine korrekte Parade zu geben (so nennt man u.a. die Bremse). Die klassische Parade MUSS durch Hinzunahme von Schenkel und Reitergewicht erfolgen, da das Pferd sonst in der Regel bei Ungehorsam nur stumpf im Maul wird. Hierzu gibt es Bücherweise Literatur. Dies gilt für jede anerkannte Reitweise und schont ausserdem das Pferd, wohingegen die über dem Pferde schwebende Reiterei diesem schadet.

2. Das Reiten ohne Gebiss
Jedes Pferd will eine respektvolle doch dominante Führung von Seiten seines Reiters. Das ist naturbedingt. Bei kleinen Kindern übernimmt diese Führung der Lehrer bis zu einem gewissen Grad, bei Erwachsenen sollte die mentale Bereitschaft eine klare Ansage zu machen schon da sein, Schwierigkeiten damit und Technik dazu erlernt er im guten Unterricht. Pferde sind sehr unterschiedlich, rassebedingt, altersbedingt, ausbildungsbedingt. Auf all dies muss ein guter Lehrer Rücksicht nehmen, ab gesehen von Wetter und Tagesform des Tieres, trägt er die große Verantwortung für den Schüler und das Pferd. Es gibt Pferde, die sind so ausgebildet und vom Wesen her so veranlagt, dass man sie in jeder Situation mit einem leichten Band an der Nase reiten kann, auch wir haben solche in der Schule. Jedoch ist dies eher eine Ausnahme. Reitweiseübergreifend sollte man gewaltlos, ohne Hilfszügel und Sporen etc. bei entsprechend ausgebildeten und korrektur gerittenen Pferden, ein gute und richtige Ausbildung an den Schüler herantragen. Allerdings ist diese niemals schnell zu haben, sondern dauert je nach Begabung mal länger, mal kürzer. Niemals jedoch in 2 oder 3 10er Karten zu machen. Ich wünsche mir dass die Menschen sich Zeit nehmen das Reiten von Grund auf neu oder wieder zu fühlen, erst dann macht es richtig Spaß und bringt tiefe Erfüllung.

Ach ja, noch ein Wort zum Thema Kinder und Horsemanship: Die Arbeit des HORSEMAN ist eine sehr feinsinnige Kommunikation zwischen Pferd und Mensch bei gleichzeitiger Dominanz und Achtung. Kinder können dies erst ab einem Alter, wo sie sich selber gegen die Umwelt durchsetzen und körperlich bewusst und klar nach aussen hin agieren können. Sicherlich nicht mit 5 oder 7 Jahren. Wenn ich manchmal höre, dass Kinder diesen Alters das sogenannte join Up, Horsemanship oder sonstiges “gelernt” haben, dann wundere ich mich immer ….. dieses Training machen wir hier in begleiteter Form für Erwachsene und ältere Jugendliche.

Aus Verantwortung dem zahlenden Schüler gegenüber finde ich sollte auf die korrekte Ausbildung geachtet werden, so dass er bei guter Grundkenntniss in jedem andren Reitstall ohne Probleme reiten könnte. Dies heisst nicht dass das Endziel immer Turnierteilnahme wäre, wir gehen hier auch nicht Turniere.
Die Grundausbildung von Reitlehrer und Pferden ist das A und O jeder Schule und ein Aushängeschild !
Jeder, der allerdings erwartet, dass ein Pferd oder Pony wie ein Fahrrad zu bedienen ist, der täuscht sich. Den rüden Ton mancher alter Schulmeister will heute niemand mehr anwenden, oder hören. Das ist klar, jedoch ist ein klares und manchmal strenges Wort von Seiten des Reitlehrers Bestandteil jedes ernst gemeinten Unterrichtes.
Reiten können kriegt man nicht geschenkt, es kostet Zeit und Geld. Jedoch ist es eine der schönsten Sportarten dieser Erde.
Niemand kann es jedem Recht machen. Ich freue mich dass ich so vielen Menschen Zugang zur feinen Reitweise und Kommunikation mit dem Pferd machen konnte und werde. Ich freu mich auf jeden der dies ausprobieren möchte.
Herzlich Willkkommen in der Reitschule Cobs-Reiten.de

In diesem Sinne bin ich immer für ein offenes Gespräch zu haben und freue mich über Interesse an unserer Reitschule, wo wir so viele Diversitäten wie klassische Dressur, Gebissloses Ausreiten, Halsringreiten, Bodenarbeit, etc. bieten.

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